German Seamen's Mission - Deutsche Seemannsmission - New York 123 E 15th St, New York, NY 10003 · Tel: +1 212.677.4800 · Fax: +1 212.353.0526 · Email: info@gsmny.org

Events

German Seamen's Mission of New York now part of Seafarers & International House

November 2012

Dear Friends:

For many years our German Seamen’s Mission has worked closely with Seafarers & International House (SIH) in ministry to the people who work on merchant ships. (Our office has been in Seafarers & International House since 1983.) 

 

As we look into the future, we have decided that it is time for the German Seamen’s Mission of New York to enter into a permanent relationship and become part of SIH’s ministry. This step creates a team of chaplains who work together to serve as many seafarers as possible on the many ships that arrive in our port every day.

 

After thirty-three years of this ministry, I have now retired. I am pleased to report that my successor is Pastor Arnd Braun-Storck, who is originally from the state of Rheinland-Pfalz in Germany and has been a pastor in our New Jersey Synod for many years. 

 

Thank you for your prayers and support--I am extremely grateful for your interest and faithfulness to our ministry. Please keep us in your thoughts and prayers as we move into the future. 

 

Wishing you God’s richest blessings, 

 

Pastor Clint Padgitt

 

 

New Pastor and Executive Director at Seafarers & International House

 

On March 9, 2008, the Rev. Marsh Luther Drege was installed as Pastor and Executive Director of Seafarers & International House (123 East 15th Street in Manhattan), where the German Seamen's Mission of New York has its home base. Pastor Drege was formerly a campus pastor at Penn State University in State College, Pennsylvania. We look forward to working together to share Christ's love with the many visitors and seafarers who visit New York City

 

Deutsche Seemannsmission e.V. - Heike Proske wird Generalsekretärin

Mit Pastorin Heike Proske (47) wurde erstmals eine Frau zur neuen Generalsekretärin der Deutschen Seemannsmission e.V. (DSM) gewählt. Sie tritt ab Ende Juni 2009 für sechs Jahre die Nachfolge des scheidenden Generalsekretärs Pastor Hero Feenders (62) an. 

Heike Proske wird am 26. Juni 2009 in Bremen in ihr neues Amt eingeführt, zugleich wird ihr Amtsvorgänger verabschiedet. Die Pfarrerin der Evangelischen Kirche von Westfalen ist Mutter von zwei Kindern und mit einem Pfarrer der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche Togos verheiratet.

Bis Ende März diesen Jahres leitete sie als Seemannspastorin acht Jahre lang die Station der Deutschen Seemannsmission in Lomé (Togo), das „Foyer des Marins“. Ehrenamtlich betreute sie die deutschsprachige Gemeinde in Togo und Benin. Davor war die Westfälin (in Oelde geboren) zehn Jahre als Gemeindepfarrerin in Dortmund tätig. 

Our 100th Anniversary

The German Seamen's Mission of New York celebrated its 100th anniversary on Sunday, November 18, 2007 at 4:00 PM at St. Paul's Lutheran Church, 315 West 22nd Street, Manhattan. Many friends and supporters, guests from Germany, and people who have had connections with our mission through the years were there. There was a lovely reception afterwards. Our thanks to all who attended! 

On 27 November 2007, nine of our supporters were invited to dinner on the Hapag-Lloyd container ship MV KIEL EXPRESS while it was docked at Global Marine Terminal in Jersey City, New Jersey. Our hosts were Captain Meyer and members of his fine crew, who gave us a tour of the bridge and the engine room before we sat down to an excellent German dinner. We want to thank Captain Wolfram Guntermann of Hapag-Lloyd (America) Inc. for arranging this event for us. Some of the photographs in the "Photos" section of this Web site were taken on the MV KIEL EXPRESS. 

 

Anläßlich unseres 100. Jubiläums im November 2007 ist folgender Artikel über uns in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (16.11.2007, Nr. 267, S. 8) erschienen:

Zuhörer in New York


Hundert Jahre Deutsche Seemannsmission
 
navo. FRANKFURT, 15. November. Die Deutsche Seemannsmission in New York (DSM) wird hundert Jahre alt. Gegründet wurde sie 1907, um die deutschen Seeleute aus den Kneipen und Bordellen von Hoboken, New Jersey, zu holen. Die Seelsorger der DSM kümmern sich bis heute um die Belange von Schiffsmannschaften. Sie verteilen Bücher und Zeitschriften, auch Bibeln, an Bord, verkaufen Telefonkarten, bieten Unterkünfte in und Transport nach Manhattan an, übernehmen Mittlerdienste zwischen Familienangehörigen, verhandeln mit Banken und Behörden. Vor allem aber machen sie eines: Sie hören zu.

Die DSM in New York ist eine unabhängige Einrichtung, die sich aus Spenden finanziert und aus Zinseinnahmen aus dem Verkaufserlös für das erste Seemannsheim in Hoboken. 1983 zog sie in das Seemannsheim der evangelisch-lutherischen Kirche in Amerika, 35 Minuten vom Hafen entfernt. Seit 1978 ist Clint Padgitt Seemannspastor der DSM und zurzeit der einzige der New Yorker Mission. Jeden Tag besucht der 62 Jahre alte Pastor die deutschen Schiffe im Hafen, die im Schnitt für 18 Stunden vor Anker gehen. Meist sind es zwei am Tag, meist besteht die Besatzung aus deutschen und polnischen Offizieren und philippinischer Mannschaft, etwa 20 Menschen, die wochenlang niemand anderen sehen als einander. Padgitts erste Aufgabe sei, sagt er, die Isolation zu brechen, in der sich die Seeleute befinden.

Heute fahren sie, je nach Reederei, etwa neun Monate im Jahr zur See, drei sind sie an Land, sagt Padgitt. Als die evangelisch-lutherische Kirche im Jahre 1907 die DSM gründete, waren die Seeleute für Jahre auf Schiffen unterwegs, sie konnten nicht telefonieren, hatten keine Bankkonten und teilten ihre Kajüten zu mehreren. Es war gefährlich, Geld in der Tasche zu haben. So gründete die DSM eine Bank, um das Geld für die Seeleute sicher zu verwahren. Heute gibt es die Bank nicht mehr, Padgitt überweist das Bargeld der Seeleute - die meisten von ihnen sind Männer - direkt an deren Familien. Heute dürfen die Familien ihre Ehemänner und Väter auch mal an Bord begleiten, und die Besatzung schläft in Einzelkabinen, sagt Padgitt.

Das abgekapselte Leben aber bleibt. Die Strecke New York-Hongkong legt ein Containerschiff in 21 Tagen zurück, oft fehlt selbst in New York die Zeit, an Land zu gehen. Dann hilft Padgitt beim Kauf von Geschenken, er isst mit der Mannschaft zu Mittag, spricht mit den Seeleuten über ihr Leben und auch über ihren Glauben. Die meisten Seeleute, die Padgitt kennt, sind Christen. Oft ist er monatelang der einzige Mensch, der nicht zur Mannschaft gehört, mit dem die Seeleute überhaupt von Angesicht zu Angesicht sprechen. So erinnert er sich, wie ein deutsches Schiff in den Hafen einlief, das er sehr gut kannte. Die Männer an Bord hatten beinahe die komplette Besatzung eines türkischen Schiffes gerettet, das auf hoher See gekentert war:
"Sie haben mir ihre Geschichte erzählt, weil ich der Einzige war, der zugehört
hat. Sie haben 18 Menschen das Leben gerettet

 

 

Den folgenden Artikel hat Martin Schmidt, ein angehender Journalist aus Leverkusen und ehemaliger Praktikant bei der Deutschen Seemannsmission New York geschrieben: 

 

Die gute Seele des Hafens 

Seit fast 100 Jahren kümmert sich die Deutsche Seemannsmission von New York um Seefahrer, die vor den Toren Manhattans anlegen.

VON MARTIN SCHMIDT (April 2006)

Als einen echten Seebären kann man ihn wohl nicht bezeichnen, obwohl er in seinem Leben schon auf einigen tausend Schiffen gearbeitet hat. Die Arbeit von Clint Padgitt fängt erst dort an, wo dem Seemann meist eine kurze Verschnaufpause gegönnt wird – im Hafen.

Seit fast 30 Jahren ist er der einzige Pastor der Deutschen Seemannsmission von New York. Für die Einrichtung arbeitet er gewissermaßen als Ein-Mann-Betrieb: Neben dem 60-jährigen Padgitt, der fließend Deutsch spricht, hat die Mission keinen anderen Angestellten in der Metropole und auch Mitglieder gibt es nicht. Lediglich ein ehrenamtlich verwaltetes Präsidium und Freunde, die seine Arbeit mit Spenden unterstützen. Gegründet 1907 als „Verein für deutsche Seemannsfürsorge im Hafen von New York“ im Auftrag der Deutschen Lutherischen Gemeinde, wurde ein Vers aus dem ersten Buch Mose zum Leitmotiv gewählt: „Ich will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein.“

Im Sinne dieser Worte besucht Pastor Padgitt so viele Schiffe im Hafen wie möglich. Er bringt neue Zeitschriften und Telefonkarten an Bord, nimmt sich Zeit zum Zuhören und versucht den Seefahrern zu helfen, wo er kann. Seine Deutschkenntnisse hat sich der gebürtige Amerikaner aus New Orleans bei einem Studienaufenthalt in der Schweiz angeeignet. Die regelmäßigen Schiffsbesuche, die an seiner ersten Arbeitsstelle in der deutschen Gemeinde von Yorkville/New York ebenso zu seinen Aufgaben zählten wie das Predigen von der Kanzel, gefielen ihm schon damals besonders gut. Nach kurzer Zeit entschied er sich deshalb, seine volle Konzentration der Arbeit im Hafen zu widmen. Er liebe den Umgang mit Menschen, begründet der Seelsorger seine Entscheidung. Jeden Tag neue Persönlichkeiten und Schicksale kennen zu lernen, dass reize ihn ebenso wie das internationale Flair zwischen Brücke und Maschinenraum. Auf den Schiffen stammen allenfalls noch Offiziere, Ingenieure und der Kapitän aus Deutschland, die Matrosen kommen hauptsächlich von den Philippinen, aus Burma oder Kiribati.

An Bord ist Pastor Padgitt ein gern gesehener Gast, die Seeleute wissen seine Arbeit zu schätzen. Nach der langen Zeit auf dem offenen Meer würden sie ohne seine Hilfe auch im Hafen nahezu isoliert von der Außenwelt bleiben. „Die Seefahrer“, so hätten sie es ihm oft erklärt, „vergleichen den Aufenthalt auf einem Schiff mit dem in einem Gefängnis, wobei sie einen Unterschied machen: Das Gefängnis kann nicht untergehen.“ Er versuche die Gittertüren zumindest für den Hafenaufenthalt in New York beiseite zu schieben.

Rund vier Monate am Stück arbeiten die deutschen Seefahrer auf einem Schiff, eine harte Zerreißprobe für Beziehungen, Freundschaften und Familien. Zwar kommt man herum in der Welt – Hong Kong, Shanghai, Dubai, New York, doch romantische Vorstellungen von weitem Meer und blauem Himmel haben mit der Realität wenig gemein: Die Schifffahrt muss den steigenden Handel zwischen den Kontinenten bewältigen – immer schneller, immer mehr. Früher brauchte man im Hafen noch ein paar Wochen, um die Frachter mit Containern neu zu beladen. Zeit für die Seemänner, sich die fremden Städte anzuschauen. Heute ist die Arbeit meist in weniger als 24 Stunden abgeschlossen. Mehr als ein Besuch der hafennahen Umgebung ist in der kurzen Zeit nicht möglich.

Der Arbeitstag von Clint Padgitt beginnt in seinem kleinen Büro in Manhattan, unmittelbar neben dem Union Square.
Per E-Mail wird er jeden Morgen über alle Schiffe informiert, die den gemeinsamen Hafen von New York und New Jersey ansteuern. Gelegentlich bekommt er vorab konkrete Wünsche von alten Bekannten übermittelt. Mal braucht ein Kapitän eine neue Karte für sein Mobiltelefon, mal wünscht sich ein Ingenieur die neuste Ausgabe seines Lieblingsmagazins. Wo der Pastor helfen kann, da tut er es gerne.

Gesetzlich ist es den Seemannsmissionen gesichert, dass sie das Hafengelände betreten dürfen. Nur selten hat er Probleme mit übereifrigen Sicherheitsleuten, die meisten kennen ihn seit vielen Jahren. Der 11. September und die latente Angst der Amerikaner vor neuen Terroranschlägen hat jedoch auch in den Häfen einiges verändert. „Eine lange Zeit durften die Seeleute die Schiffe gar nicht mehr verlassen“, erklärte der Pastor. „Heute dürfen sie wieder an Land, wenn sie ein gültiges Reisevisum im Pass haben.“

Erst vor kurzem habe ihn ein Beamter der U.S. Coastguard mit einem Maschinengewehr in der Hand den Zugang zu einem Schiff verwehrt. Als „Security Boarding“ habe der Sicherheitsmann die Durchsuchung bezeichnet. „Er sagte mir, sie würden dies für meine eigene Sicherheit und zum Schutze unseres Staates tun.“

Als überzeugter Demokrat betrachtet er die strengen Maßnahmen seiner Regierung kritisch, gleichwohl hat er Mitleid mit der Besatzung. „Sie müssen ihre Räume teilweise mehrmals durchsuchen lassen und werden dabei wie Verbrecher behandelt.“ Das Department für Homeland Security, die Immigrationsbehörde, der Zoll und die Küstenwache – es können manchmal Stunden vergehen, bis die Schiffe grünes Licht bekommen. Der Zeitplan wird durcheinander gewirbelt und auch der längere Hafenaufenthalt hat seinen Preis. Widerstand natürlich zwecklos.

Rechtzeitig zum Mittagessen an Bord zu sein, ist bei seinen Besuchen besonders wichtig. Nicht nur weil auch ihm selbstverständlich eine warme Mahlzeit angeboten wird. Auf den riesigen Frachtern hat er nur eine Chance Kontakt zur Besatzung zu bekommen, wenn er sie im gemeinsamen Speiseraum antrifft. Die typischen Gespräche, die er dort führt, handeln von der Reiseroute, dem Wetter auf See oder von der Heimat. Interessiert lauscht Padgitt den unterschiedlichen Geschichten. Das Zuhören ist es auch, was er unter dem Wort Mission versteht. „Ich will für die Menschen da sein und ihnen zeigen, dass die Kirche sie auch im Ausland nicht im Stich lässt.“ Zum Glauben wolle er niemanden mit aller Gewalt bekehren, dass könne Gott schon von alleine. Nur selten kommt es an Bord zu Gesprächen über fromme Themen, die soziale Arbeit prägt seinen Alltag.

„Viele Leute vergessen“, so ist sich Padgitt sicher, „dass die überwiegende Anzahl der Gegenstände oder Lebensmittel, die sie im Alltag wie selbstverständlich gebrauchen, einmal per Schiff ins Land gebracht worden ist.“ Für den Warenhandel zwischen den Kontinenten gibt es zu den gewaltigen Containerschiffen, die teilweise bis zu 9.000 Container mit über 100.000 Tonnen Gewicht transportieren können, immer noch keine Alternativen. 95% der deutschen Importwaren gelangen über den Seeweg ins Land. Einen Lastwagen von Hamburg nach München zu schicken, ist mittlerweile teurer, als dieselbe Ladung nach Hongkong verschiffen zu lassen. Durch die anhaltend große Nachfrage aus dem asiatischen Raum boomt die Schifffahrt seit vielen Jahren. An deutschen Schiffen, denen Pastor Padgitt
einen Besuch abstatten könnte, fehlt es in Zukunft nicht.